No 11 in London

Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die überall auf der Welt Verwandte haben und so ist es auch mit London. Hotels sehe ich nur im Vorbeigehen und ich kann nur erahnen, welch ein Prunk und welche Dekadenz sich hinter den altherrschaftlichen Fassaden verbergen. Nun ist es in London so, dass wenn man den Afternoon Tea mal so richtig british genießen möchte, man am besten in ein teures Hotel geht und neben vielen Touristen für £35 einen Tee mit cucumber sandwiches und dergleichen zu sich nimmt – nicht wirklich empfehlenswert, auch wenn sämtliche Reiseführer gegenteiliges behaupten. Aber wenn man es nicht anders weißt, dann macht man halt auch das mit. Zum Glück blieb mir diese Erfahrung erspart, denn wie immer auf Reisen, sollte man sich fernab der Touristenpfade bewegen und Tipps von Einheimischen nachgehen. So kam es dann auch, dass wir uns zum 5-Uhr Tee im Hotel No 11  einfanden.

Von außen wirkt es unprätentiös, doch dieser Eindruck schwindet, sobald der Butler einem am Empfang den Weg ins Kaminzimmer weist. Man erstarrt förmlich vor Ehrfurcht und ist ganz unbeholfen, weil man gar nicht weiß, wie man sich geben soll. Wenn man durch die Zimmer geht, fühlt man sich wie die Queen höchstpersönlich. Vor der Renovieriung war es noch dunkler und dekadenter, jetzt hat es eine leichtere Farbgebung, aber an Klasse und Stil hat das Hotel nichts verloren, weshalb viele Prominente dort ein-und ausgehen und in den 70ern und 80ern war es das Szenehotel schlechthin. Solange man auf seinen Tee wartet, sollte man etwas umherlaufen und die einzelnen Räume inspizieren. An den Wänden der Räumlichkeiten kann man sich dann ein Bild davon machen, wie die Promis feierten – wild und hemmungslos.
no 11 foodUnd dann ist es soweit- ein Buffetwagen kommt dahergerollt mit mehreren Kannen Tee (bei den vielen Sorten kann man sich gar nicht entscheiden und probiert deshalb gleich mehrere aus),  Etageren und allerlei Leckereien: Scones, lemon curd, mini tartlets, mini macaroons, Lachs- und Gurkensandwiches, clotted cream und vieles mehr.Ein Hochgenuss, das ich nur jedem empfehlen kann. Das Ganze kostet ab £22 aufwärts pro Person. Nicht ganz günstig, aber wenn man alles aufgegessen hat, ist eh kein Platz mehr für ein Abendessen.

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